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Malteser Heppenheim

Unwetterlage als Einsatzübung

Rettungsdienst, Schnelleinsatzgruppe und Rettungshundestaffel der Mainzer Malteser üben gemeinsam mit den Feuerwehren der Verbandsgemeinde Bodenheim

25.10.2014
Der vom Unwetter umgeworfene Baum war auf Auto und Zelt der Lagergemeinschaft gefallen. Foto: Nina Geske
Organisation im Einsatz: Der Organisatorische Leiter Rettungsdienst koordiniert Rettungsdienst und Schnelleinsatzgruppe. Foto: Nina Geske
Die zweite Schadensstelle: Ein vom Weg abgekommener Pkw ist mit zwei eingeklemmten Personen auf der Seite liegen geblieben. Foto: Thomas Häfner
Patientenversorgung durch die Schnelleinsatzgruppe: Im beheizten Zelt kümmern sich Ärzte und Sanitäter um die Verletzten. Foto: Alexander Frietsch
Eines der fünf Rettungshundeteams, die im dichten Buschwerk nach vermissten Personen suchten. Foto: Nina Geske
Ein Großteil der an der Übung beteiligten Mainzer Malteser-Helfer. Foto: Nina Geske

Mainz/Nackenheim. Wie findet man zur Einsatzstelle, wenn man keine Straßennamen hat, an denen man sich orientieren kann? Was tun, wenn man mit den großen und schweren Einsatzfahrzeugen nicht bis zur Einsatzstelle vordringen kann? Und wie reagieren, wenn sich neue Probleme ergeben, wenn man doch eigentlich schon am Limit angekommen ist?

In der Nacht von Freitag auf Samstag fand im Eichelsbachtal zwischen Nackenheim und Lörzweiler eine groß angelegte, nächtliche Einsatzübung statt. Angenommen wurde eine Unwetterlage: Eine größere Personengruppe hatte gemeinsam gezeltet. Einige davon waren zu einer Nachtwanderung aufgebrochen und ebenso wie drei Personen, die sich in Büschen verstecken und den Nachtwanderern mit gruseligen Geräuschen Angst einjagen wollten, nicht zurückgekehrt. Allesamt wurden vom Unwetter überrascht, das unter anderem einen Baum umstürzen ließ – ausgerechnet auf Zelt und Auto der Gruppe.

Insgesamt 39 Verletztendarsteller sorgten für ein real anmutendes Szenario und hielten die Helfer auf Trab. Die Feuerwehr leuchtete die Einsatzstelle aus und musste vor allem technische Hilfe leisten, dabei aber immer auch den Überblick über die Gesamtlage behalten und sich eng mit dem Rettungsdienst abstimmen. Letzterer hatte alle Hände voll zu tun um alle Patienten zu sichten und in Zusammenarbeit mit der Schnelleinsatzgruppe zu versorgen, während sich die Rettungshundestaffel der Mainzer Malteser auf die Suche nach den Vermissten machte.

Gerade, als bei der Feuerwehr das Gefühl aufkam, die Lage nun im Griff zu haben, meldete die Rettungshundestaffel den Fund eines von der Straße abgekommenen Pkw, in dem zwei Personen eingeklemmt waren. Dieses, von der ursprünglichen Einsatzstelle knapp einen Kilometer entfernte, zusätzliche Szenario, erforderte ein Umdenken: Welche Einsatzkräfte können für die neue Schadenslage aus dem laufenden Einsatz herausgelöst werden?

Kurz nach Mitternacht waren die wichtigsten Übungsziele erreicht, sodass die Übung knapp fünf Stunden nach ihrem Beginn beendet werden konnte. Dem Abbau – unter anderem wurde eine Unfallhilfsstelle durch die Schnelleinsatzgruppe der Mainzer Malteser betrieben – folgte eine gemeinsame Abschlussbesprechung im Feuerwehrgerätehaus. Hier erhielten die Einsatzkräfte einen Gesamtüberblick über die Übung, von der sie selbst jeweils nur Ausschnitte mitbekommen hatten. Ein besonderes Dankeschön und Applaus gingen an die zahlreichen Verletztendarsteller, die in der Kälte auf ihre Rettung gewartet hatten.

"Es war keine einfache Lage, die unsere Einsatzkräfte hier zu bewältigen hatten", zeigte sich Thomas Häfner, einer der Übungsorganisatoren, zufrieden mit dem Verlauf. „Wir haben Schwachstellen erkannt, die wir nun in die Ausbildungspläne einfließen lassen können. Genau dafür üben wir – um herauszufinden, was wir bereits gut können und wo wir noch besser werden möchten.“

Maßgeblich organisiert wurde die Übung durch die Freiwillige Feuerwehr Nackenheim sowie den Malteser Hilfsdienst e.V. in Mainz. An der Übung beteiligt waren – als Verletztendarsteller und übende Einsatzkräfte – über 100 Personen. Darunter 49 Helfer der Mainzer Malteser sowie 35 Angehörige der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Bodenheim. Zusätzliche Mitwirkende kamen von den Maltesern Lörzweiler (10), vom DRK Hechtsheim (4), DRK Nackenheim (3), der DLRG Nackenheim (6) sowie der Katholischen Jugend Nackenheim.

 

 

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