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Malteser Heppenheim

Malteser Hospizdienst ist international

06.03.2016
Beim Malteser Hospizdienst sind neue Ehrenamtliche, insbesondere mit internationalem Hintergrund, sehr herzlich willkommen.
Beim Malteser Hospizdienst sind neue Ehrenamtliche, insbesondere mit internationalem Hintergrund, sehr herzlich willkommen.

Sterbende Menschen und deren Angehörige ehrenamtlich zu begleiten, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Im Hospizdienst St. Hildegard Bingen engagieren sich auch Frauen aus Irland, Finnland und China. Wie erleben sie ihre internationalen Wurzeln in der Begleitung? Ein Überblick aus Anlass des Internationalen Frauentages am 8. März.

Bernadette Schulze wurde vor zwei Jahren auf den Hospizdienst in Bingen aufmerksam. Inzwischen hat die gebürtige Irin, die seit 30 Jahren in Deutschland lebt, den dritten Patienten begleitet. „Meine ausländischen Wurzeln haben mir den ersten Kontakt, auch zu den Angehörigen, immer sehr leicht gemacht“, erzählt sie. „Die Menschen waren sehr an meiner Kultur interessiert, und wir haben uns oft über ihre Urlaube unterhalten“, erinnert sie sich. Obwohl sie in einem fremden Land geboren wurde, sei sie jedes Mal aufs Neue von der Offenheit und Ehrlichkeit der Patienten beeindruckt, betont Bernadette Schulze voller Anerkennung.

Hände halten, Einsamkeit nehmen, Lebensqualität geben

„Die  ehrenamtlichen Malteser Hospizhelfer begleiten im häuslichen Umfeld oder im Pflegeheim und möchten so ein Sterben im vertrauten Umfeld, umsorgt von Angehörigen und Freunden unterstützen“, erklärt Barbara Schoppmann, Leiterin des Hospizdienstes St. Hildegard Bingen. Durch diese Begleitung werden Familie und Freunde entlastet und eine letzte gemeinsame, würdevolle und lebenswerte Zeit zum Abschiednehmen möglich.

„Die Lebenserfahrungen alter Menschen faszinieren mich“

Seija Stolz wurde in Finnland geboren und lebt seit fast 50 Jahren in Deutschland. Nach ihrem Erwerbsleben war sie auf der Suche nach einer neuen Aufgabe und wurde in der Zeitung auf den Hospizdienst in Bingen aufmerksam. „Alte Menschen faszinieren mich, ihre Lebenserfahrungen, ihre Einstellungen und ihr Wissen“, erzählt sie. In Finnland wird ein offener und bewusster Umgang mit alten Menschen und dem Tod gepflegt. Diese Wurzeln lässt sie in ihre Begleitungen einfließen.

Eine andere Sicht auf das eigene Leben

In China werden Sterben und Tod tabuisiert. „Die Tätigkeit einer Hospizbegleiterin ist meiner Familie daher nicht geläufig“, erläutert Xiaoli Zhang-Heider. Sterbende werden meist von ihrer Familie betreut. 1981 führte ihr Studium sie aus der Heimatstadt Peking nach Deutschland. „Durch meine intensive Beschäftigung mit dem Sterbeprozess während meiner Ausbildung zur Hospizbegleiterin habe ich eine andere Sicht auf mein eigenes Leben erhalten“, zeigt sie sich von der neuen Perspektive beeindruckt.

Professionelle Vorbereitung und Supervisionen

Eine intensive Vorbereitung inklusive Praktikum schult die ehrenamtlichen Hospizhelfer in ihren neuen Aufgaben in der Begleitung Sterbender und in der Betreuung der Angehörigen. In regelmäßigen Abständen treffen sich die Hospizhelfer zu Supervisionen und thematischen Gruppenabenden. Dort wird das Erlebte geteilt und reflektiert. „Neue Ehrenamtliche, insbesondere auch mit internationalem Hintergrund, sind uns sehr herzlich willkommen“, sagt Barbara Schoppmann. Der nächste Kurs startet im Herbst 2016.


Fragen rund um den Hospizdienst beantwortet Barbara Schoppmann unter der Telefonnummer 06721/98 43 77 oder per E-Mail an hospizarbeit(at)malteser-bingen(dot)de.

Weitere Informationen über den Hospizdienst finden Sie hier.

 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE72370601201201212088  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7