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Malteser Heppenheim

Malteser Migranten Medizin Darmstadt feiert zehnjähriges Bestehen

24.10.2016
MMM feiert zehnjähriges Jubiläum.
Die Malteser Migranten Medizin (MMM) am Marienhospital in Darmstadt feierte ihr zehnjähriges Jubiläum (v.l.): Dr. Michael de Frênes, Diözesanleiter der Diözese Mainz, Dr. Wolfgang Kauder, Ärztlicher Leiter der MMM Darmstadt; Brigitte Zypries, Mitglied des Deutschen Bundestages; Anne Kauder; Dr. Peter Frey, Chefredakteur des ZDF und bundesweiter Botschafter der Malteser Migranten Medizin; Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann, Karl Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Geschäftsführenden Vorstandes der Malteser. Foto: Malteser

Die Malteser Migranten Medizin (MMM) am Marienhospital in Darmstadt begeht in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Am vergangenen Freitag waren über 100 Förderer und Freude aus Politik und Wirtschaft sowie die ehrenamtlich tätigen Ärzte und Mitarbeiter der Einrichtung nach Darmstadt gekommen, um dieses besondere Fest zu feiern. Die MMM behandelt seit zehn Jahren mittellose, nicht krankenversicherte Menschen kostenlos.

Dr. Wolfgang Kauder, ehemals leitender Arzt des Darmstädter Marienhospitals, gründete vor zehn Jahren unter dem Dach des Malteser Hilfsdienstes die Anlaufstelle der MMM in Darmstadt. Die damalige Leiterin des Marienhospitals Darmstadt, Schwester Liberata Ricker, stellte mietfreie Praxisräume zur Verfügung.
 
Seit Bestehen der Praxis wurden 6.257 Patienten behandelt und 158 Kinder erblickten in Kooperation mit dem Marienhospital das Licht der Welt. „Das Team der MMM besteht aus zehn Ärzten und zehn nicht-medizinisch tätigen Mitarbeitern, sowie einem Netzwerk aus 70 niedergelassenen Darmstädter Fachärzten aller Spezialgebiete von Augenarzt bis Zahnarzt. Die MMM-Patienten können dort bedarfsweise ebenfalls gratis mitbehandelt werden“, erklärte Dr. Kauder, Leiter der MMM. Der Anteil der Migranten liegt bei etwa 80 Prozent.

Malteser Migranten Medizin ist gelebte Humanität

Dr. Peter Frey ist als bundesweiter Botschafter ein MMM-Unterstützer der ersten Stunde. „Sie und Ihr Team leisten Mitmenschlichkeit in einer Zeit, in der dies nicht selbstverständlich ist“, würdigte er das Engagement und stellte dies in einen Zusammenhang zum aktuellen gesellschaftlichen Geschehen. Die Gesellschaft ist durch die Flüchtlingskrise derzeit polarisiert wie nie. Es ist ein Graben entstanden zwischen einer christlich humanitären Haltung für Flüchtlinge und einer konservativen, die jegliche Veränderung verwehrt. Er sieht in den Sozialen Medien den Motor, dass sich demokratiefeindliches Gedankengut so leicht verbreiten kann, dass aus einer schweigenden Minderheit eine sichtbare Minderheit geworden ist. „Der Rechtruck geht nicht von der Mehrheit aus“, betonte er. „Warum ist die Gesellschaft so passiv?“, fragte Frey und forderte alle Gäste auf, sich für Mitmenschlichkeit stark zu machen. Er begrüßte ausdrücklich, dass sich die Kirche eindeutig für die Flüchtlingshilfe positioniert hat. „MMM ist gelebte Humanität. Hier in Darmstadt erstrahlt ein starkes, helles Deutschland. Die Welt wäre ärmer ohne Menschen wie sie“,  zollte er Dr. Kauder und seinem Team seine volle Anerkennung.

Anne Kauder mit Dankplakette der Malteser ausgezeichnet

Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde Anne Kauder von Karl Prinz zu Löwenstein, Geschäftsführender Vorstand der Malteser, für ihr besonderes Engagement bei der MMM mit der Dankplakette der Malteser ausgezeichnet. „Sie haben ihren Mann von Beginn an unermüdlich unterstützt. Mit ihrer ruhigen Art und ihrem freundlichen Wesen sind Sie die gute Seele der Malteser Migranten Medizin“. Karl Prinz zu Löwenstein konstatierte, dass die Bereitschaft zu Helfen ungebrochen sei. Diesen Weg weiterzugehen, sei nun wichtig. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die schweigende Mehrheit weiter schweigt“, forderte er auf, sich für Flüchtlinge einzusetzen. Die MMM sei genau dafür ein gutes Zeugnis. Dr. Michael de Frênes, Diözesanleiter der Diözese Mainz, freute sich, dass so viele Darmstädter die MMM unterstützen: Tatkräftig durch die Fortführung der ärztlichen Behandlungen und finanziell durch die Spenden aus öffentlicher und privater Hand.

Als Oberbürgermeister von Darmstadt sagte Jochen Partsch in seinem Grußwort seine weitere Unterstützung zu. „Die Malteser Migranten Medizin wird gebraucht“. betonte er. Die Dunkelziffer der Menschen ohne ärztliche Versorgung sei hoch. Dietmar Giebelmann, Diözesanadministrator des Bistums Mainz, verglich Dr. Kauder und seine Unterstützer mit dem barmherzigen Samariter.

Keine Bedenkenträger, sondern Samariter werden gebraucht

Die Erzählung im Neuen Testament gilt als Appell zur tätigen Nächstenliebe. „Wir brauchen keine Bedenkenträger, sondern solche Samaritertypen. Sie sind unverzichtbar“, hob Giebelmann hervor. Er vertrat den Schirmherrn der MMM, Karl Kardinal Lehmann. Brigitte Zypries, Mitglied des Deutschen Bundestages, rechnet laut einer Statistik aus dem Jahr 2014 mit 180.000 bis 520.000 Menschen, die sich ohne Aufenthaltsrecht in Deutschland aufhalten, darunter 1.000 bis 30.000 Kinder. „Dr. Kauder und sein Team sind oft deren einzige Hilfe in einer medizinischen Notsituation“, bekräftigte Zypries, die – wie Oberbürgermeister Partsch – Mitglied des Freundeskreises der MMM ist. Alle Redner und Grußwortredner zollten Dr. Kauder und seinem Team Respekt und Anerkennung für deren Leistung und dankten ihnen für ihr außerordentliches Engagement.

Möchten Sie die Arbeit der Malteser Migranten Medizin unterstützen? Ihre Spende hilft. Malteser Hilfsdienst e.V., IBAN DE19 3706 0193 4001 1550 11, PAX Bank eG Köln, Stichwort: MMM Darmstadt.

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