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Malteser Heppenheim

Einsatzübung der Mainzer Rettungshundestaffel

11.03.2017
Fotos: Thomas Häfner


Mainz.
Schnitzeljagd im Wald – doch auf einmal fehlt eine Person. Die Freunde suchen nach dem Vermissten, der jedoch auch auf lautes Rufen nicht reagiert. Nach einiger Zeit melden sie ihn bei der Polizei als vermisst. Die Polizei zieht eine Rettungshundestaffel für die Suche hinzu. So sieht es das Szenario vor, das an diesem sonnigen Samstag erfreulicherweise keinen Ernstfall sondern die Grundlage einer Einsatzübung für die Flächensuchhunde der Mainzer Malteser darstellt.

Gegenüber den regulären wöchentlichen Ausbildungen haben Einsatzübungen den Vorteil, dass sie komplett am Geschehen eines Realeinsatzes orientiert sind. Keiner der übenden Helfer – weder Hundeführer noch Einsatzleiter – hat Kenntnisse wo sich die gesuchte Person befindet. Auf Basis der vorliegenden Informationen müssen Entscheidungen getroffen werden. Zum Beispiel welches Gebiet zuerst abgesucht werden soll und wie sich dieses aufteilen lässt, damit es lückenlos mit den verfügbaren Teams abgesucht werden kann. Aber auch ob weitere Kräfte erforderlich sind oder in welcher Reihenfolge die Einsatzfahrzeuge in den Wald einfahren, damit sie sich gegenseitig auf den engen Waldwegen nicht behindern.

Da das für die Übung genutzte Waldgebiet allen Helfern unbekannt ist und es nur wenige, weit auseinander liegende Wege gibt, die zur Orientierung genutzt werden können, ist der Einsatz von GPS-Geräten zur Aufteilung der Suchgebiete unabdingbar. Während die Einsatzleitung diese vorbereitet, machen sich die Suchteams zügig fertig und sind so bereits nach kurzer Zeit in ihren zugeteilten Suchgebieten.

Etwa eine halbe Stunde nach Übungsbeginn meldet eines der Suchteams das Auffinden einer Person. Wenige Minuten später ist klar: Die bewusstlos im Wald gefundene Person entspricht nicht der Vermisstenbeschreibung. Erste-Hilfe-Maßnahmen werden eingeleitet, der Rettungsdienst angefordert und ein bestmöglicher Anfahrtsweg für den Rettungsdienst ausgewählt. Während noch völlig unklar ist, um wen es sich bei der gefundenen Person handelt und wieso überhaupt eine zweite Person im Wald liegt, läuft die Suche nach der ursprünglich vermissten Person weiter. Hierdurch wird eines der Übungsziele bereits erreicht. Die Übungsleitung wollte sehen, dass die laufenden Suchmaßnahmen erst abgebrochen werden, wenn gesichert ist, dass die aufgefundene Person auch tatsächlich der Vermissten entspricht.

Schließlich ist auch der vermisste Schnitzeljäger gefunden. Etwa 16 Hektar Wald wurden von den vier bei der Übung eingesetzten, einsatzfähigen Rettungshunden der Mainzer Malteser abgesucht. Die Helfer mussten in dieser Zeit auch ihre Kenntnisse im Umgang mit der technischen Ausstattung beweisen – so musste bspw. wegen fehlender Netzabdeckung die Betriebsart der digitalen Funkgeräte im Einsatz gewechselt werden. Und nicht zuletzt galt es beim Auffinden medizinische Maßnahmen zur Versorgung der aufgefundenen Personen zu ergreifen.

Alles in allem war es ein lehrreicher Tag, der zur Optimierung der Zusammenarbeit aller Beteiligten genutzt wurde und nach der Fahrzeugreinigung mit einer gemeinschaftlichen Nachbesprechung endete.

 

 

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