Navigation
Malteser Heppenheim

Zusammen it man weniger allein: Zehn Jahre ehrenamtlicher Besuchs- und Begleitungsdienst der Malteser

13.04.2010

Tag für Tag warten immer mehr alte und hochbetagte Menschen in Deutschland darauf, dass jemand mit ihnen spricht und sich für sie interessiert. Oft sind die Stimmen aus dem Fernsehen die einzigen, die sie seit Wochen gehört haben. Dabei zeigen Studien, dass schon minimale soziale Kontakte nicht nur die Einsamkeit lindern, sondern auch zu weniger Krankheit und Pflegebedürftigkeit führen. Die Mitarbeiter des Malteser Besuchs- und Begleitungsdienstes (BBD) holen Menschen aus ihrer Einsamkeit heraus – ehrenamtlich und unentgeltlich. Vor zehn Jahren gegründet, gibt es die Malteser Besuchs- und Begleitungsdienste mittlerweile an 185 Standorten in Deutschland. Und: „Die Nachfrage steigt stetig. Viele Senioren leben nicht nur allein - sie sind es auch, und vier von fünf Senioren möchten nicht in ein Heim oder können es sich aufgrund von Altersarmut erst gar nicht leisten“, betont Johannes Freiherr Heereman, Geschäftsführender Präsident des Malteser Hilfsdienstes.

 

„Unsere Besuchs- und Begleitungsdienste erhalten sehr oft Anrufe von Menschen, die jemanden suchen, der mit ihnen spazieren geht, Karten spielt, sie beim Einkaufen begleitet, beim Besuch auf dem Friedhof oder einfach nur zuhört“, weiß Heereman. Ob in privater Wohnung, Altenheimen oder Seniorenresidenzen – überall ist Ähnliches zu erleben: Einer bleibt alleine zurück, Beziehungen haben sich aufgelöst, auch die Beine wollen nicht mehr so recht. Die Seniorinnen und Senioren haben viel Zeit, aber niemanden, der sie mit ihnen teilt. „Hohe Scheidungsquoten, die Mobilität am Arbeitsplatz und der Zerfall von Familien trennen immer mehr junge pflegefähige Menschen von ihren bedürftigen Eltern und Verwandten“, so Heereman. Die Überalterung komme hinzu, viele Senioren lebten in Singlehaushalten.

 

Immer mehr Menschen engagieren sich in den Besuchs- und Begleitungsdiensten der Malteser. Damit jeder Wunsch nach einem Gespräch, nach kleinen Unternehmungen, nach persönlicher Zuwendung erfüllt werden kann, suchen die Malteser jedoch weitere ehrenamtliche Helfer. „Wir haben mehr Anfragen von Menschen, die besucht werden möchten, als Personen, die jemanden besuchen wollen“, so Heereman. „Dabei reicht schon eine Stunde in der Woche, um einem einsamen Menschen eine unbezahlbare Freude zu machen, und man wird selbst beschenkt.“

 

Wenn Sie sich selbst im Besuchsdienst der Malteser ehrenamtlich engagieren wollen, sprechen Sie uns einfach an - z. B. per E-Mail an besuchsdienst@malteser-mainz.de

 

Hintergrund: Die Idee für den Besuchs- und Begleitungsdienst kam aus der Hospizarbeit: Die Helferinnen und Helfer waren immer mehr mit der Begleitung alter, aber durchaus nicht kranker oder sterbender Menschen betraut und benötigten dringend Entlastung. So fasste die Bundesversammlung des Malteser Hilfsdienstes vor zehn Jahren in Erfurt den Gründungsbeschluss für die Besuchs- und Begleitungsdienste. Heute engagieren sich mehr als 2.000 Ehrenamtliche an 185 Standorten für 7.000 ältere oder behinderte Menschen und schenken ihnen Zeit. Im Durchschnitt „nur“ eine Stunde in der Woche. In der Summe bedeutete das 100.000 Stunden weniger Einsamkeit im vergangenen Jahr. Denn: Zusammen ist man weniger allein.

 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE72370601201201212088  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7