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Malteser Heppenheim

Zivildienstverkürzung gefährdet gemeinnützige Aufgaben

15.05.2010

Malteser fordern: Schnell freiwillige Verlängerung ermöglichen

 

Die geplante Verkürzung des Zivildienstes auf sechs Monate setzt einen sinnvollen Zivildienst aufs Spiel. Nach Ansicht der Malteser, bei denen rund 1.200 Zivildienstleistende ihren Dienst leisten, droht das soziale Lernen verloren zu gehen. „Sechs Monate reichen nicht, um Kranken und Hilfebedürftigen wirklich helfen zu können“, sagt Johannes Freiherr Heereman, Geschäftsführender Präsident des Malteser Hilfsdienstes. Insbesondere in den ambulanten Diensten, in denen der „Zivi“ Menschen mit Behinderungen zur Schule fährt oder Älteren und Kranken eine warme Mahlzeit bringt, ist die menschliche Nähe eine wichtige Erfahrung. „Soziale Kompetenz lernt niemand in einem Lehrgang, sondern nur in der täglichen Praxis“, so Heereman.

 

Mit Blick auf die hohe Anzahl derjenigen, die über ihren Zivildienst hinaus ehrenamtlich oder als geringfügig Beschäftigte tätig sind, drängen die Malteser auf die Möglichkeit einer freiwilligen Verlängerung des Zivildienstes. So könnte eine Brücke zwischen kürzerer Pflicht-Dienstzeit und sinnvoller Lernzeit geschlagen werden. Wem die Tätigkeit gefällt, der soll künftig während seines Zivildienstes die Verlängerung beantragen können. „Viele Männer lernen im Zivildienst eine ganz neue, interessante ‚Welt’ kennen und finden so den Zugang zu weiterem sozialen Engagement“, sagt Heereman. Die Kosten für den verlängerten Einsatz soll der Bund tragen. Der Zivildienst wird gemeinnützigen Organisationen wie den Maltesern vom Staat übertragen. Die Malteser rechnen damit, dass rund 30 Prozent der Männer eines Jahrgangs freiwillig ihren Dienst verlängern würden.

 

Problematisch wird die Verkürzung des Zivildienstes schon jetzt für die Dienststellen. Denn zwischen dem Ausscheiden der alten Zivildienstleistenden im Januar und dem Eintritt der neuen im Juli liegt ein halbes Jahr. Selbst eine bessere Verteilung der Zivildienstleistenden auf das Jahr wird das Problem der Unterversorgung nicht lösen. Da es bei einer Zivildienstverkürzung nicht mehr Bewerber geben wird, stehen für die offenen Plätze im Winter nicht genügend Bewerber zur Verfügung.

 

Auch für die jungen Männer, die nach einem halben Jahr Zivildienst ausscheiden und nicht verlängern, bleibt bis zu einem Einstieg in Beruf oder Studium eine Pause von bis zu einem halben Jahr. Eine biographische Lücke, in denen die Männer meist weder einer sinnvollen noch einer gut bezahlten Tätigkeit nachgehen können.

 

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