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Malteser Heppenheim

Malteser und DRK: Intensive Kooperation im Bevölkerungsschutz

04.09.2010

Mit einer ganztägigen, gemeinsamen Übung haben der Ortsverein Hechtsheim des Deutschen Roten Kreuzes und die Mainzer Malteser ihren Willen zur intensiven Zusammenarbeit im Einsatzfall unterstrichen.

Im Rahmen einer angedachten Neukonzeption des Bevölkerungsschutzes der Stadt Mainz wurde im Konsens aller beteiligten Institutionen und Organisationen festgehalten, dass zukünftig nur noch zwei, statt bisher vier Schnelleinsatzgruppen Sanitätsdienst im Stadtgebiet Mainz vorgehalten werden sollen. Das aktuelle System, in dem jede Hilfsorganisation eine eigene Schnelleinsatzgruppe zur Unterstützung des Rettungsdienstes bei Großschadensereignissen vorhält, ist dringend überarbeitungswürdig, da die zuverlässige Einsatzbereitschaft von keiner der Hilfsorganisation rund um die Uhr gewährleistet werden kann. Viele der ehrenamtlichen Helfer können tagsüber nicht ad hoc ihren Arbeitsplatz verlassen oder arbeiten weit außerhalb von Mainz, sodass eine zeitnahe Verfügbarkeit der Einsatzkräfte nicht durchgängig möglich ist.

Der Entschluss, aus jeweils zwei Hilfsorganisationen eine gemeinsame Einheit zu bilden sichert nicht nur die Einsatzfähigkeit der Einheiten sondern bringt weitere positive Effekte mit sich – allen voran die steigende Einsatzwahrscheinlichkeit. In der Vergangenheit hatten die Hilfsorganisationen Probleme, ihre Helfer über Jahre hinweg zu motivieren, für einen relativ unwahrscheinlichen Fall eines Einsatzes zu trainieren. Auswirkung wird dabei auch die geplante Kooperation der Stadt Mainz mit dem Landkreis Mainz-Bingen haben, da die vorgehaltenen Einheiten wechselseitig zu Einsätzen hinzugezogen werden sollen, die städtischen Einheiten bei Bedarf also auch im Landkreis Mainz-Bingen zum Einsatz kommen sollen.

Zwar fehlt nach wie vor der endgültige Startschuss um diese neu konzipierte Struktur der Sanitätskomponenten im Mainzer Bevölkerungsschutz offiziell ins Leben zu rufen, doch sind sich die Einheitsführungen von DRK und MHD einig, dass es im Sinne einer optimalen Versorgung evtl. betroffener Personen sinnvoll ist, die Zusammenarbeit schon jetzt im Hinblick auf die zukünftige Struktur zu intensivieren.

Auf dem Weg, aus zwei parallel existierenden Einheiten eine gemeinsame werden zu lassen, diente die heutige 12-stündige Ausbildungsveranstaltung insbesondere dem persönlichen Kennenlernen der Helfer untereinander und des Einsatzmaterials der jeweils anderen Hilfsorganisation.

Durch die Vorarbeit der Einheitsführungen beider Organisationen waren Materialien und Arbeitsweisen im Voraus bereits weitgehend angeglichen worden, sodass es für die Helfer kein großes Problem war, sich nun im Equipement der jeweils anderen Organisation zurecht zu finden.

Dennoch: Im wirklichen Einsatz muss jeder Handgriff stimmen um professionell Hilfe leisten zu können. Insgesamt vier mal wurde daher im Rahmen der heutigen Ausbildung eine komplette Unfallhilfsstelle eingerichtet - in stetig wechselnden Gruppenzusammensetzungen, mal mit dem Material der einen, mal mit dem Material der anderen Organisation und unter wechselnder Führung.

Wenn wir zu einem Großschadensereignis gerufen werden, ist es nebensächlich, welches Wappen wir auf unserer Kleidung tragen - im Vordergrund steht unser gemeinsames Ziel, den Verletzten schnell und umfassend Hilfe zu bringen. Mit der heutigen Ausbildung sind wir diesem Ziel ein gutes Stück näher gekommen, sind sich die Einheitsführungen beider Organisationen einig. Und nebenbei hatten alle Beteiligten eine Menge Spaß.

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