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Malteser Heppenheim

OSTER - BESINNUNG

20.03.2013

"Das könnte den Herren der Welt ja so passen, wenn hier auf der Erde alles
so bliebe: wenn hier die Herrschaft der Herren, wenn hier die Knechtschaft der Knechte so weiter ginge wie immer."

Dieses "andere Osterlied" stammt aus der Feder des Schweizer Pfarrers Kurt Marti.
Für etabliert-fromme Kehlen sind diese Töne ( nicht nur Zwischentöne ) ein revolutionärer Sound. Ich denke, dass Ostern kein Fest der bunten Ostereier, blühenden Zweiglein oder irgendeiner Osterhasenmentalität ist. Ostern sollte für echte, nicht heidnisch-germanisch angehauchte Christen ein Befreiungsfest sein. Die Trauerzeichen, das Kreuz oder das Todessymbol das Grab, wurden umfunktioniert zu Siegeszeichen der Hoffnung und des Lebens. Der Ostertag sollte für uns zu einem Tag des Imperativs, des Befehls, werden. Denn wie heißt die dritte Strophe des Osterliedes:
"Der Befreier vom Tod ist auferstanden und ruft uns jetzt alle: zur Auferstehung auf Erden; zum Aufstand gegen die Herren, die mit dem Tod uns regieren."
Auferstehung hat etwas mit Aufstand zu tun! Ein christlich geprägter Glaube ist immer handlungsorientiert und geht von einer Beauftragung aus. Die grundlegende Maßgabe hierfür ist und bleibt die Frohe Botschaft selbst. Darin hat sich seither nichts verändert. Für unseren Osterimperativ, der so revolutionäre und radikale Töne von sich gibt, gibt es auch Gründe:
Das Leben und die Auferstehung Jesu demonstrieren eine echte Solidarität mit denen, die in unserer Gesellschaft am Rande (an den Mauern, Hecken und Zäunen) stehen. Die Auferstehung und das Leben Jesu demonstrierten auch, dass Zäune und Mauern eingerissen werden, dass der Tempel für ALLE geöffnet wird. Somit lehrt uns das Leben Jesu:
Jetzt ist ein Ende für das Einteilen, ein Ende für die Schubladen der Vorurteile, ein Ende für alle Klassifizierungen, ja ein Ende des Klassenkampfes.
Doch Pustekuchen!
Hiervon stehen wir noch alle weit weg.
Noch gibt es bei uns die Mauern und Zäune der Vorurteile und Ängste. Ich schlage vor, dass wir dieses "andere Osterlied" zu unserer "Internationalen" machen. Wir sollten alle gemeinsamlaut singen und den Osterspruch verbreiten:

"Das könnte den Herren der Welt ja so passen, wenn erst nach dem Tod Gerechtigkeit käme....".


Peter Jakob, Diakon
Geistlicher Rat
der Malteser Heppenheim

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