Navigation
Malteser Heppenheim

Vermisstensuche auf brachliegendem Kasernengelände

Einsatzübung von Rettungshundestaffel und Sanitätseinheit

05.11.2016
Fotos: 1-7 Thomas Häfner, 8 Markus Neufurth
In Warteposition: Die Suchteams werden zusammengestellt und erhalten individuelle Aufträge von der Einsatzleitung.
Auffinden einer verletzten Person durch ein Rettungshundeteam.
Eine bewusstlose Person mit Kopfplatzwunde wurde in die stabile Seitenlage gebracht.
Sanitätsdienstlich qualifizierte Helfer treffen zur Unterstützung ein und übernehmen die Patientenversorgung.
Abtransport der Verletzten Person aus dem unwegsamen Gelände.

Mainz. In einer Rettungshundeprüfung muss das Team aus Hund und Helfer beweisen, dass es in der Lage ist, innerhalb von 20 Minuten auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern zwei versteckte Personen zu finden. Im Einsatz wesentlich häufiger ist jedoch, dass man ein Suchgebiet zugeteilt bekommt, in dem sich keine einzige Person aufhält. 

Bei einer groß angelegten Einsatzübung standen die Übenden am heutigen Samstag genau vor dieser Herausforderung: Auf einem ehemaligen Kasernengelände mussten sie die ihnen zugewiesenen Parzellen absuchen und sicher gehen, dass sie niemanden übersehen haben. Ihre Suche zusammenfassend mussten Sie anschließend die verantwortungsvolle Entscheidung treffen, ihr Suchgebiet „freizugeben“, d.h. dem Einsatzleiter gegenüber versichern: „Hier ist niemand – dieses Gebiet muss nicht weiter abgesucht werden“. Dies ist so ziemlich die verantwortungsvollste Entscheidung überhaupt im Sucheinsatz, da sie, wenn etwas übersehen wurde, für die vermisste Person ggf. bedeuten würde, dass sie nicht gefunden wird. Weil sich die weiteren Suchmaßnahmen dann auf andere Gebiete beschränken.

Das Übungsgelände hatte hierfür einige Tücken parat. Zwischen dichtem Gestrüpp fanden sich immer wieder Schächte, die zum Teil zu größeren unterirdischen Räumen führten. Aber auch mehrere Gebäude wurden in die Suche mit einbezogen. Zudem waren zum Teil tatsächlich weniger Personen versteckt als vermisst gemeldet, sodass der Einsatzleiter am Ende gegenüber der Übungsleitung melden musste, dass sich die noch fehlende Person nicht innerhalb des gesamten Kasernengeländes befindet. Entsprechend groß war die Erleichterung bei allen Teilnehmern, dass bei allen Übungslagen des Tages sämtliche Entscheidungen korrekt getroffen wurden: Alle freigegeben Gebiete waren tatsächlich auch ohne versteckte Person.

Diejenigen, die eine vermisste Person auffinden konnten, standen vor der Herausforderung, notfallmedizinische Hilfe leisten zu müssen. Ob Kopfplatzwunde, Stichverletzung im Oberbauch oder Diabetes-Erkrankung ohne Medikamenteneinnahme – die Helfer mussten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes geeignete Maßnahmen treffen und die Person ggf. mit den nachgeforderten Kräften aus ihrer Notlage befreien. 

Als Rettungsdienst beteiligten sich medizinisch qualifizierte Helfer der Sanitätseinheit an der Übung. Sie hatten Gelegenheit ihre Kenntnisse anzuwenden und Feedback vom Leiter der Einheit, Markus Neufurth zu erhalten. Als Notarzt ist er bestens in der Lage die Leistung der Helfer einzuschätzen und ihnen Tipps zu geben, wie sie zukünftig noch besser arbeiten können. Zu bemängeln hatte er aber wenig. Hingegen lobte er jedoch die Zusammenarbeit der Helfer von Rettungshundestaffel und Sanitätseinheit bei der Versorgung der Patienten.

Elf Stunden nach der Alarmierung zur ersten Übungslage konnten alle 18 Beteiligten den anstrengenden Tag müde aber zufrieden abschließen. Ein besonderer Dank galt dabei den Verletztendarstellern, die trotz Kälte und teils strömendem Regen an ihren Positionen ausgeharrt hatten. Gestaltet wurden die drei unterschiedlichen Übungslagen insbesondere als Herausforderung für die einsatzfähigen Teams, sodass an diesem Tag auch lediglich vier geprüfte Rettungshundeteams zur Suche eingesetzt wurden. Die übrigen Kräfte waren als Helfer ohne Hund, medizinisches Personal oder als Verletztendarsteller involviert. Zeit und Ort der Einsatzübung waren den eingesetzten Kräften vorab nicht bekannt – sie wurden wie im Realfall über ihre Funkmeldeempfänger alarmiert.

 

 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE72370601201201212088  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7